Chrilles Backstübchen

Ausbildung - Azubivergütungen

Bäcker, Löhne & Tarife
Ausbildungsvergütungen im Bäckerhandwerk


§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Ausbildungsvergütung
§ 3 Unterkunft und Verpflegung
§ 4 Arbeitszeit
§ 5 Mehrarbeit/Nachtarbeit
§ 6 Ausschlußfrist
§ 7 Schlußbestimmungen




Vereinbarung
über Ausbildungsvergütungen
für Auszubildende (Lehrlinge) des Bäckerhandwerks
der Bundesrepublik Deutschland
Zwischen dem
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.,
Bondorfer Straße 23, 53604 Bad Honnef 1,


und der
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten,
Hauptverwaltung, Haubachstraße 76, 22765 Hamburg


1 Geltungsbereich

a) räumlich: Für die Bundesrepublik Deutschland
b) fachlich: Für alle Betriebe des Bäckerhandwerks, in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auch für die Betriebe des Konditorenhandwerks
c) persöhnlich: Für alle Auszubildenden (Lehrlinge), die in den unter b) fallenden Betrieben beschäftigt sind.



§ 2 Ausbildungsvergütung

Der Auszubildende (Lehrling), der Aufgrund eines Berufsausbildungsvertrages ausgebildet wird, erhält für die Dauer der Ausbildung eine Vergütung.
Die Ausbildungsvergütung beträgt monatlich brutto:
a) Für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland im Geltungsbereich des Grundgesetzes vor dem 3. Oktober 1990:

im 1. Ausbildungsjahr DM 750,-- (385,- Euro)
im 2. Ausbildungsjahr DM 860,-- (440,- Euro)
im 3. Ausbildungsjahr DM 1.060,-- (545,- Euro)


b) Für die neuen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und ehem. Ost-Berlin:

im 1. Ausbildungsjahr DM 635,-- (325,- Euro)
im 2. Ausbildungsjahr DM 675,-- (346,- Euro)
im 3. Ausbildungsjahr DM 745,-- (381,- Euro)


Sie ist spätestens am letzten Werktag des Monats zu zahlen.
Wird Aufgrund einer fachlichen Vorbildung oder einer Anrechnung nach der Anrechnungsverordnung (z.B. Besuch einer Berufsfachschule oder Teilnahme an einem Berufsgrundbildungsjahr) die Ausbildung verkürzt, so gilt in bezug auf die Vergütung der Zeitraum, um den die Ausbildung gekürzt wird, als abgeleistete Ausbildungszeit. Der Auszubildende hat Anspruch auf die entsprechend höhere Vergütung.
Erfolgt die Kürzung der Ausbildungszeit dagegen wegen eines anderen Tatbestandes (z.B. wegen Mittlerer Reife oder Abitur), so besteht der normale Vergütungsanspruch, also zunächst auf Vergütung für das 1. Ausbildungsjahr.
Wird die regelmäßige Ausbildungszeit aus Gründen, die in der Person des Auszubildenden (Lehrlings) liegen, verlängert, so ist während des Zeitraumes der Verlängerung die Vergütung des letzten regelmäßigen Ausbildungsabschnittes zu zahlen.
Wird aus Gründen, die der Auszubildende in der betrieblichen Ausbildung zu vertreten hat, das Ausbildungsverhältis verlängert, so ist der Lohn bzw. das Gehalt (Geselle, Verkäferin, Bürokraft) der Eingangsstufe des jeweiligen Tarifvertrages zu zahlen.

§ 3 Unterkunft und Verpflegung

Erhält der Auszubildende (Lehrling) Unterkunft und Verpflegung im Betrieb, so können diese Sachleistungen in Höhe der jeweils gültigen Sachleistungsverordnung entsprechend der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt angerechnet werden, jedoch nicht über 75 v. H. der Bruttovergütung.

§ 4 Arbeitszeit

Die betriebliche Ausbildungszeit der Auszubildenden (Lehrlinge) richtet sich nach der tariflichen Arbeitszeit für Arbeitnehmer auf Landesebene.

§ 5 Mehrarbeit/Nachtarbeit

1. Mehrarbeit ist für jugendliche Auszubildende (Lehrlinge), außer im Falle des § 8 Abs.2 und in Notfällen gemäß § 21 des Jugendarbeitsschutzgesetzes, verboten. Die in diesen Fällen zulässige Mehrarbeit ist durch Freizeit entsprechend den Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes auszugleichen.
2. Mehrarbeit von Auszubildenden (Lehrlinge) nach Vollendung des 18. Lebensjahres ist über die wöchentliche Arbeitszeit nach § 4 hinausgehende Arbeitszeit.
Ab der 41. Wochenstunde ist für jede Mehrarbeitsstunde 1/100 der monatlichen Ausbildungsvergütung zu zahlen, wobei bis zu 8 Mehrarbeitsstunden innerhalb eines Quartals zuschlagsfrei in Freizeit ausgeglichen werden können. Jeweils zum 31.03., 30.06., 30.09. und 31.12. sind alle dahin aufgelaufenen Mehrarbeitsstunden durch Freizeit auszugleicehn, wenn das nicht erfolgt, mit 1/100 der Ausbildungsvergütung zu bezahlen.
3. Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist ein Zuschlag von 1/100 der Ausbildungsvergütung, beim Zusammentreffen mit Mehrarbeit 1/75 der Ausbildungsvergütung zu bezahlen.
4. Wird ein Auszubildender (Lehrling) nach Vollendung des 18. Lebensjahres im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen vor 4 Uhr beschäftigt, so erhält er für jede Nachtarbeitsstunde neben der Ausbildungsvergütung zusätzlich 1/100 der monatlichen Ausbildungsvergütung. Handelt es sich bei der Nachtarbeit zugleich um Mehrarbeitsstunden, so erhält der Auszubildende (Lehrling) für jede nächtliche Mehrarbeitsstunde 1/75 der monatlichen Ausbildungsvergütung.
5. Bei Zusammentreffen mehrerer Zuschläge wird nur der jeweils höchste Zuschlag gezahlt.

§ 6 Ausschlußfrist

Ansprüche auf Zuschläge für Mehrarbeit entsprechend § 5 sind innerhalb einer Frist von 2 Monaten nach Abrechnung der Ausbildungsvergütung schriftlich geltend zu machen, alle übrigen gegenseitigen Ansprüche 3 Monate seit ihrer Entstehung. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung dieser Ansprüche ausgeschlossen.
Der Ablauf dieser Ausschußfrist ist bei Arbeitsunfähigkeit und Urlaub des Auszubildenden (Lehrlings) bis zum Tage der Wiederaufnahme der Ausbildung gehemmt.

§ 7 Schlußbestimmungen

1. Im übrigen gelten für die Auszubildenden (Lehrlinge) die Bestimmungen der jeweiligen Tarifverträge auf Landesebene.
2. Bisher gezahlte oder vereinbarte höhere Ausbildungsvergütungen dürfen nicht gekürzt, sonstige bessere Bedingungen nicht verschlechtert werden.
3. Diese Vereinbarung tritt mit Wirkung vom 1. August 2001 in Kraft. Sie kann mit einer Frist von einem Monat zum 31. Juli 2002 gekündigt werden.


Mit Inkrafttreten dieser Vereinbarung treten die Vereinbarungen über Ausbildungsvergütungen vom 31.05.1999 außer Kraft.
Bis zum Neuabschluss einer Vereinbarung gilt diese weiter.




Hamburg, den 17.07.2001





Zentralverband Gewerkschaft
des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. Nahrung-Genuss-Gaststätten
gez. Peter Becker gez. Dr. E. Groebel gez. Reiner Wittdorf gez. Anja Weber





Zentralverband Gewerkschaft
des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. Nahrung-Genuss-Gaststätten
gez. Peter Becker gez. Dr. E. Groebel gez. Reiner Wittdorf gez. Anja Weber

werks e.V.#Nahrung-Genuss-Gaststätten

gez. Peter Becker gez. Dr. E. Groebel gez. Reiner Wittdorf gez. Anja Weber